Mühltal macht Inventur der Fauna und Flora
Umwelt

Erstmals Geo-Woche der Artenvielfalt / Vielfältiges Programm vorbereitet

VON CLAUDIA HORKHEIMER 

Wiese (Quelle: C. Horkheimer)Naturräume, in denen seltene Reptilien, Schmetterlinge oder Orchideen zu Hause schrumpfen. In Mühltal will man der Sache auf den Grund gehen. Dazu veranstaltet die Lokale Agenda 21 erstmals eine Geo-Woche der Artenvielfalt mit breitem Programm. Höhepunkt ist der Tag der Artenvielfalt am 15. Juni, bei dem eine "Inventur der heimischen Flora und Fauna" stattfinden soll.

"Wir wollen den Bürgern zeigen, welche Lebensräume wir haben und wie man diese schützen kann", sagt Thomas Rehahn, Agraringenieur und Akteur der Agenda 21, die sich für die Nachhaltigkeit in Mühltal einsetzt. Schon zuvor finden von der Eisernen Hand bei Traisa bis zu den Magnetsteinen auf dem Frankensteinmassiv, zwischen dem Ballertstal bei Waschenbach und dem Prinzenberg bei Eberstadt vom 7. bis 15. Juni insgesamt 17 Veranstaltungen für Naturfreunde, Familien und Kinder statt.

Darunter sind geführte Wanderungen ebenso wie Besuche bei Imker und Förster. Außerdem gibt es Spiele und Bastelabenteuer, Vogelbeobachtung sowie Vorträge zu aktuellen Themen wie nachhaltige Waldbewirtschaftung und Artenvielfalt.

 

Im Mittelpunkt stehen dabei Naturwiesen und offene Gewässer. "Wir haben festgestellt, dass Flächen, die uns bekannt waren, gerade dieses Jahr weniger geworden sind", so Rehahn. Das liege zum einen daran, dass Wiesen nicht sachgerecht gepflegt werden, weil sie zu selten gemäht werden und verholzen oder dass sie von der Landwirtschaft zu stark bewirtschaftet und überdüngt werden. Arten wie die Schlingnatter, eine Verwandte der Ringelnatter, die bis zu 80 Zentimeter lang werden kann, wird man auf einer Pferdekoppel vergeblich suchen. Ebenso ist das Helmknabenkraut, eine Orchidee, selten geworden. Doch wo es steht sei das ein Zeichen für eine schützenswerten Standort, so Rehahn.

 

"Auch die kleinen Gewässer Waschenbach, Stettbach und Mittelbach sind wertvoll, weil hier Amphibien, Fische und wirbellose Tiere zuhause sind", so Rehahn. Bedroht seien sie aber durch Verschmutzung und Verbauung. Doch die Woche der Artenvielfalt soll nicht nur Bedrohtes zeigen sondern Mut machen, das Gebliebene zu schützen. "Wir wollen den Mühltalern eine Vision geben, wie es sein könnte", sagt Rehahn mit Hinblick auf die geplanten Exkursionen beispielsweise an den Reinheimer Teich. Hier könne man sehen, wie Naturprojekte erfolgreich umgesetzt werden.

 

Erschienen Juni 2008 in "Frankfurter Rundschau"
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