Wie Bananen die Welt verändern
Umwelt

Studierende drehen Film über fairen Handel in Hessen / Ausstellung eröffnet am Sonntag


VON CLAUDIA HORKHEIMER


Der Durchschnittsdeutsche verzehrt im Jahr 14 Kilogramm Bananen. Den wenigsten von ihnen dürfte klar sein, dass es ein politischer Akt ist, eine Banane zu essen. Denn oftmals kommen die niedrigen Supermarkt preise - unter anderem für Bananen - nur dadurch zustande, dass die Produzenten in den ärmeren Herkunftsländern ausgebeutet werden und die Ware in riesigen Monokulturen produziert wird. Dagegen wenden sich Organisationen und Händler, die unter dem Siegel des Fairen Handels Kooperationen mit den Herstellern vor Ort schließen und ihnen höhere Preise für ihre Produkte zahlen.

 

Wie das funktioniert und wie man sich hierzu Lande dafür engagieren kann, zeigt ein Film, den Studenten der Technischen Universität Darmstadt gedreht haben. Dafür waren sie unter anderem in der Darmstädter Fußgängerzone unterwegs und befragten Passanten. Der neun Minuten lange Streifen "Faire Welt?" wird auf der am Sonntag beginnenden Ausstellung "Hessen fairändert! Ein Porträt des Fairen Handels in Hessen" im 603qm gezeigt. "Unser Ziel ist, mit dem Film junge Leute für den fairen Handel zu motivieren", sagt Stefanie Herr. Die Politik-Studentin hat mit neun Kommilitonen seit Oktober an dem interdisziplinären Film- Projekt gearbeitet. Beteiligt waren unter anderem Studierende des Wirtschafts- und Bauingenieurwesens und der Soziologie. Kooperationspartner ist das Entwicklungspolitische Netzwerk (EPN), das auch die Ausstellung organisiert.

 

Eröffnung ist am Sonntag, 6. April, um 15 Uhr. Gezeigt werden 17 Tafeln, die über den Fairen Handel in Hessen, seine Akteure und Forderungen, informieren. Bewusster einkaufen Begleitend bietet der Weltladen Darmstadt fair gehandelte Produkte an, die Trommelgruppe Zula Zula begleitet mit Rhythmen und Liedern aus Westafrika das Programm.

 

Die Arbeit an dem Film hat die Studierenden dazu bewegt, sich weiterhin mit dem Thema auseinander zu setzen. Soziologiestudentin Danka Gomera plant beispielsweise, ihre Diplomarbeit über den fairen Handel in Polen zu schreiben. Ihre Teamkollegen wollen beim Einkauf vermehrt auf fair gehandelte Produkte wie Kaffee oder Schokolade achten. "Wir waren ganz überrascht, als wir feststellten, dass es in der Mensa bereits fair gehandelten Kaffee gibt", erzählt Stephanie Petrasch, wissenschaftliche Mitarbeiterin im Zentrum für Interdisziplinäre Studienprogramme, welches das Projektseminar organisiert. In Hessen engagieren sich laut EPN 1000 Menschen in 70 Weltläden, meist ehrenamtlich. Auch in zahlreichen Supermärkten gibt es mittlerweile fair gehandelte Produkte zu kaufen.

 

Erschienen April 2008 in "Frankfurter Rundschau"
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