ÖKOTEST MAGAZIN: Sonnenbrillen – Den Durchblick behalten
Umwelt

Sie schützt nicht nur unsere Augen vor der Sonne, sie ist modisches Accessoire und nichtselten ein Mittel, um sich ein klein wenig vor der Welt zu verstecken. Eine Sonnenbrille schützt jedoch nicht nur, unter Umständen kann sie den Augen auch schaden.

 

VON CLAUDIA HORKHEIMER 

 

Die Sonnenbrille ist aus unserem Leben nicht mehr wegzudenken. 59 Prozent aller Erwachsenen in Deutschland besitzen eine. Kein Accessoire macht es so leicht, mit einem Handgriff das Image zu ändern: Cool, verwegen oder verspielt auszusehen. Keanu Reaves – alias Neo - hat im Kultstreifen Matrix vorgemacht wie man sich vom schüchternen Büroangestellten zum Superhelden entwickelt – natürlich nicht ohne Sonnenbrille.

Außer dunklen, ovalen Brillen à la Matrix sind in dieser Saison vor allem Brillen mit transparenten und farbigen Gläsern in. Deren Tönungen sind nicht mehr ganz so schrill wie im vergangenen Jahr, aber weiterhin auffallend. Design dient immer mehr dem Ausdruck der eigenen Persönlichkeit. Das zeigt sich auch bei der Wahl der Brille: Einerseits sind minimalistische Brillen – sprich randlose oder mit dezenten Metallfassungen – angesagt. Andererseits finden auch einfarbige oder bunte Kunststofffassungen als Blickmagnet ihre Berechtigung “ , erklärtThomas Schröter vom Kuratorium für Gutes Sehen. Helles Blau, Orange und Minze geben den Ton an, aber auch Cognac, Oliv, Violett und Rosé. Das Neue: Die Brillen dürfen richtig dicke Ränder haben, denn die 40er und 50er Jahre erleben ein Comeback. „Diesen Sommer finden wir die Klassiker in allen Farben wieder“, verrät Dorit Biermann vom Fielmann-Styling-Service aus Hamburg. Marilyn Monroe und Brigitte Bardot lassen mit Butterfly-Brillen grüßen und der Dandy-Stil der 40er wird mit Pantobrillen wieder aufgegriffen. Doch auch Wayfarer, Piloten- und Schildbrillen sind trendy. Alles ist erlaubt und sogar Goldrahmen sind en vogue.

 

Augenblick mal

 

Sonnenbrillen sollen nicht nur gut aussehen, sie müssen vor allem die Augen vor der schädlichen, ultravioletten Strahlung des Sonnenlichts und gegen Blendung schützen. Etwa 55 Prozent der Leute kaufen ihre Sonnenbrille nicht beim Optiker, sondern an Tankstellen, Flughäfen oder in Kaufhäusern. Hier gibt es jedoch keine Gewähr, dass die Brille über einen ausreichenden UV-Schutz verfügt. „Zwar ist bei nahezu allen Brillen das CE-Zeichen im Bügel aufgedruckt, das den nach EU-Norm vorgeschriebene Schutz garantieren soll. Jedoch ist dieses oft nicht echt. Denn niemand kontrolliert alle Brillen. Zudem lassen sich die Hersteller vieler Importe gar nicht nachvollziehen“, moniert Peter Frankenstein, Leiter Consumer Optics vom Fachverband Spectaris. Nur wer seine Sonnenbrille beim Optiker kauft, kann sicher gehen, dass sie ihn rundum schützt. Auf was man beim Brillenkauf achten muss, erklären wir hier.

 

Der richtige UV-Schutz

 

Eine Sonnenbrille sollte 99 Prozent der gefährlichen ultravioletten Strahlung abblocken. Erkennbar ist der UV-Schutz am Etikett mit dem Hinweis „100% UV-Schutz“ oder „UV 400“. Das CE-Zeichen auf dem Bügel soll ebenfalls einen UV-Schutz garantieren. Wer unsicher ist, welchen Schutz seine Brille bietet, kann bei manchen Optikern die Gläser mit einem UV-Messgerät testen lassen.

 

Die richtige Form

 

Um das Auge vor Blendung und UV-Licht zu schützen, ist es sinnvoll, wenn auch von den Seiten nichts eindringen kann. Deshalb sollten die Gläser der Gesichtsform angepasst sein. Hierbei spielt auch ein guter Sitz eine wichtige Rolle. Ansonsten steigt der Anteil der diffusen UV-Strahlung, die ins Auge gerät. Nur beim Optiker kann eine Brille individuell angepasst werden.

 

Die richtige Tönung

 

Die Tönung ist ein reiner Blendschutz und sagt nichts über die UV-Durchlässigkeit aus. Der Blendschutz ist in vier Kategorien unterteilt von ganz schwach („0“) bis sehr stark („4“). Für unsere Breitengrade ist ein mittlerer Schutz von „2“ mit einer Lichtdurchlässigkeit von 18 bis 43 Prozent gut geeignet. Skifahrer und Wassersportler benötigen einen der Stärke „4“ (Durchlässigkeit von 3% bis 8 %). Darauf muss man achten: Eine zu dunkle Tönung beeinträchtig die Wahrnehmung und kann im Straßenverkehr gefährlich sein. Eine dunkel getönte Brille ohne UV-Schutz ist besonders gefährlich, da sich die Pupillen öffnen und die UV-Strahlen ungehindert eindringen können.

 

Farbige Gläser

 

Braun, grün oder grau getönte Gläser verfälschen am wenigsten die Farben und sind deshalb gut für den Straßenverkehr geeignet, weil sie beispielsweise Ampellichter unterscheiden lassen. Alle anderen Farben sind für die Augen zwar nicht schädlich, verfälschen aber die Sicht der Welt. Bei der Verlaufsfärbung sind die Gläser im oberen Bereich dunkel gefärbt und werden nach unten hin heller. Sehr gut geeignet sind solche Glaser zum Autofahren, da Blendung von oben abgemildert wird, die Sicht auf die Armatur aber ungetrübt bleibt. Ungeeignet jedoch am Strand, auf dem Wasser oder im Schnee, da das reflektierte Licht eindringen kann.

Spezial-Filter
Es gibt Gläser mit speziellen Filtern für verschiedene Zwecke: Der Gelbfilter (auch: "Blue Blocker" genannt) verschluckt blaues Licht, dadurch sieht die Umgebung gelblich aus. Der Vorteil: Verbessertes Kontrastsehen bei entfernten Gegenständen . Dies eignet sich vor allem für Skifahrer und Piloten. Der Polarisationsfilter blockiert Streulicht, beispielsweise von Reflektionen auf dem Wasser oder von der Straße. Besonders geeignet für Autofahrer und Wassersportler.

 

Die Gläser

 

Gute Gläser sind geschliffen und haben keine Trübungen, Schlieren oder Einschlüsse. Sie werden zunehmend aus Kunststoff gefertigt, was den Vorteil hat, dass sie leichter sind und nicht zerbrechen. Sonnenbrillen mit verkratzten Gläsern gehören in den Müll, da sie die Augen zu sehr ermüden, weil diese ständig die Beeinträchtigung durch die Kratzer korrigieren müssen. Der UV-Schutz ist bei leichten Kratzern in Kunststoffgläsern allerdings nicht unbedingt zerstört, da dieser tief im Material sitzt. Auf keinen Fall dürfen Gläser die Umgebung verzerren. Man kann testen, ob die Gläser optisch einwandfrei sind, indem man einen weiter entfernten, möglichst senkrechten Gegenstand anschaut und die Sonnenbrille vor dem Auge langsam hin- und herbewegt. Der betrachtete Gegenstand muss "stehenbleiben". Ist das Glas fehlerhaft, so scheint sich der Gegenstand zu bewegen.

 

Die Bügel

 

Qualitativ hochwertige Bügel lassen sich vom Optiker auf die Kopfform anpassen, was für einen guten Sitz wichtig ist. Viele Bügel haben einen Metallkern, der sie besonders biegsam und robust macht. Dafür eignet sich vor allem Titan, weil es so leicht ist.

 

Brillen für Kinder


Kinderaugen verfügen noch nicht über den selben Eigenschutz wie die von Erwachsenen. Deshalb ist das Risiko bleibender Schäden durch extreme Sonneneinstrahlung größer. Für die Brillen der Kleinen gelten die gleichen Standards wie für die Großen. Allerdings muss man bei einer Kinderbrille noch mehr darauf achten, dass sie stabil ist und gut sitzt.

Sie muss der kindlichen Anatomie von Kopf und Gesicht angepasst sein und darf weder zu groß sein, noch sollte sie auf die Wangenknochen drücken. Weiche Nasenauflagen aus Silikon-Kautschuk schützen die noch nicht voll entwickelte Kindernasen. Verdeckte Scharniere senken die Verletzungsgefahr. Zudem bieten elastisch-federnde Bügelenden besonders guten Halt.

 

Erschienen Juni 2004 in "ÖKOTEST"
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