Stabiler als Granit
Umwelt

Resopal entwickelt "Wunderfußboden"

 

VON CLAUDIA HORKHEIMER

Wer kennt sie nicht, die grau karierten Küchenbrettchen, die pastellfarbenen Nierentische und Einbauküchen der 50erJahre? Die Weiterentwicklung des damals verwendeten Schichtstoffs "Resopal" wird heute als "übernatürliches Material" gehandelt. Denn es ist ein hochglänzender und spiegelglatter Fußboden entstanden, den man mit Stahlwolle abschmirgeln kann - ohne dass Kratzer entstehen.

"Titanium High Wear" heißt das Wundermaterial, das von der Firma Resopal mit Sitz im südhessischen Groß-Umstadt entwickelt wurde. "Das Material ist besser als das, was uns die Natur vorgibt: kratzfester als Edelstein, abriebfester als Granit", sagt Donald Schaefer, Vorsitzender der Resopal-Geschäftsführung und Präsident der Muttergesellschaft Wilsonart Europe bei der Präsentation des Materials.

Default Banner Werbung
Möglich wird dies durch ein neues Herstellungsverfahren: Mit Titan beschichtete und dadurch noch härtere Pressbleche ermöglichten es, mehr Korund - das nach dem Diamanten zweithärteste Mineral - in die Beschichtung einzulagern, erklärt Lutz Reitzel, Technikleiter bei Resopal. Der aus verschiedenen Papierschichten und Kunstharz bestehende, einen Millimeter dicke Belag wird dadurch so hart, dass er mit einem Diamanten geschnitten werden muss.

Mit Partnern in den Markt


Für die Herstellung des Bodens schloss Resopal eine Partnerschaft mit der schwedischen Pergo AG und der Witex AG in Augustdorf. In Groß-Umstadt werden nur die Resopalplatten hergestellt, die dann von den Partnern zu Fußbodenplatten in einem Nut- und Feder-Clicksystem verarbeitet werden. Von April an wird der so genannte Resofloor im Baumarkt ab 50 Euro pro Quadratmeter zu kaufen sein. Im Belegkrankenhaus Frankfurt-Bornheim wurde Resofloor bereits verwendet.

Schaefer rechnet damit, in diesem Jahr eine halbe Million Quadratmeter Resofloor verkaufen zu können. Ziel sei, in den nächsten fünf Jahren den Umsatz von 120 Millionen Euro im Jahr 2007 zu verdoppeln und 120 neue Mitarbeiter einzustellen. Derzeit beschäftigt Resopal 550 Leute.

Derart optimistisch konnte der Hersteller von Schichtbelag nicht immer sein. Erst 1997 hatte Wilsonart, einer der weltweiten Marktführer, das Groß-Umstädter Werk gekauft. Damals hatte Resopal bei einem Jahresumsatz von 69 Millionen Euro einen Verlust von 17 Millionen eingefahren.

Die Produktion von Fußböden war gerade eingestellt worden, weil die Technik nicht ausgereift war. Den seit zehn Jahren spürbaren Erfolg führt Schaefer auch auf die Unternehmenskultur zurück: "Erfolgreiche Produkte können nur von Menschen entwickelt werden, die sich wohl fühlen".

Um Gefühle geht es laut Designer Lars Contzen auch verstärkt in der Raumgestaltung. Der Trend gehe seit Jahren weg vom Nüchternen und Rationalen hin zu Farbe und Ornamentik. Dies spiegelt sich auch in der Resopal-Kollektion wieder: Florale Muster, Holzstrukturen und Pastelltöne. "Ich will die Eigenständigkeit des Materials herausarbeiten", sagt Contzen. Hierfür biete der Digitaldruck ein riesiges Arbeitsfeld für die Zukunft.

 

Erschienen Februar 2008 in "Frankfurter Rundschau".
Alle Rechte vorbehalten. Verwendung, auch auszugsweise, nur mit vorheriger Gehmigung.

 
< zurück   weiter >
Leseprobe
BROCKHAUS: Sekten, Trauer, Eheprobleme
Brockhaus
Im Alltags Brockhaus sind Beiträge von mir zu den Themen "Sekten", "Trauer" und "Eheprobleme"  erschienen. (Bibliographisches Institut, MannheimErscheinungsdatum: 2001 ISBN:37653237059

 

Counter by GOWEB
Counter by GOWEB