Hessens größter Solarpark geht ans Netz
Umwelt

Module versorgen bis zu 700 Haushalte mit Strom / Abnehmer ist südhessischer Energieversorger

 

VON CLAUDIA HORKHEIMER

In Griesheim geht in den kommenden Tagen das größte Solarkraftwerk Hessens ans Netz. Von einen Projekt "mit erheblichen Dimensionen für die solare Stromgewinnung" sprach Bürgermeister Norbert Leber (SPD) anlässlich der feierlichen Übergabe an die britische Betreiberfirma Eurovoltaic am gestrigen Mittwoch. Geplant und gebaut wurde die Anlage von der Büttelborner Rentaik GmbH.

Sie installierte in den vergangenen Monaten 16 130 Solarstrommodule auf einer Fläche von 60 000 Quadratmetern südöstlich des Stadtkerns, zwischen Gemüse- und Rübenfeldern. Diese sollen mit einer Leistung von 2,5 Millionen Kilowattstunden im Jahr etwa 600 bis 700 Haushalte mit umweltfreundlichem Solarstrom versorgen.

Abgenommen wird der Strom von der HSE Südhessische Energie AG, die das umzäunte Gelände auf der "Peterswiese" mit einem fast zwei Kilometer langen Kabel erschlossen hat.

Der Standort in Griesheim sei perfekt für eine solche Anlage, sagte Leber der FR. Denn laut Studie des Deutschen Wetterdienstes in Offenbach gehört Griesheim zu den Spitzenstädten in Deutschland was die Sonneneinstrahlung betrifft. Auch die ARD-Wetterstation direkt auf dem Solarpark meldet "sonnige Aussichten". Dabei funktionieren die Photovoltaikzellen auch bei trübem Wetter, wie Leber betont.

Ein Grund mehr für den SPD-Politiker, den ehrgeizigen Plan, Griesheim zur "Energiesparstadt" zu machen, voran zu treiben. "Der nächste Schritt wird sein, sämtliche städtischen Gebäude, soweit möglich, mit Solarzellen auszurüsten", sagte Leber.

Denn die Stadt wolle nicht nur den steigenden Energiepreisen entgegen wirken, sondern auch Vorbild sein. Derzeit gibt es in Griesheim rund 70 Anlagen, die zusammen fast 700 000 Kilowattstunden Strom erzeugen.

Dass der Umweltschutz in der Kommune mit 25 000 Einwohnern groß geschrieben wird, zeigt sich auch am Konzept des rund elf Millionen Euro teuren Solarparks, das in Zusammenarbeit mit Parlament, Landwirten, Umweltamt und Forstbehörde entstand. So wurde die Bodenversiegelung durch Verwendung spezieller Ständer für die Solarzellen reduziert und lässt Raum für einen natürlichen Gras- und Kräuterwuchs. Außerdem ist ein Sechstel der Fläche mit einer Hecke und Sträuchern bepflanzt.

"Gepflegt wird die Anlage nach Vorgaben des Umweltamtes", sagte Leber. Die Kosten hierfür trägt der Betreiber, denn Griesheim verpachtet an das Betreiberunternehmen lediglich das Gelände.

Eines der weltweit größten Solarkraftwerk, der Solarpark Pocking, steht in Bayern und produziert zehn Millionen Kilowattstunden, also viermal soviel wie Griesheim.

 

Erschienen September 2007 in "Frankfurter Rundschau".
Alle Rechte vorbehalten. Verwendung, auch auszugsweise, nur mit vorheriger Gehmigung.

 
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